Am 06.06.2012 laß Hanns Zischler in der Buchhandlung Klaus Bittner aus seinem aktuellen Roman “Lady Earl Grey“.

Nach der grandiosen, etwa 50minütigen Lesung, wurde es dann etwas gezwungen, da dem Autor “Fragen zum Werk” gestellt werden mußten sollten.

Neben der absoluten Killerphrase “Was haben sie sich beim Verfassen des Werkes gedacht?” und einem Hinweis auf Kafkas Josefine, dilettierte vor allem preschte eine Pressevertreterin nach vorne, die wirklich & ernsthaft die Frage stellte:

Ist denn die Maus ein unterschätztes Wesen?

“Kraweel, Kraweel! Taubtrüber Ginst am Musenhain! Trübtauber Hain am Musenginst! Kraweel, Kraweel!” Man kam sich ein bißchen vor wie bei Loriot, also mir gings zumindest so:

Nach endlosen, zähen 15 Minuten Fragerunde (die mir länger vorkamen), in denen u.a. auch E.T.A. Hoffmann ins Felde geführt wurde (!), und das bei einem Buch, das einfach auf hohem Niveau unterhalten möchte & durch Illustrationen liebevoll gestaltet wurde, also im allerbesten Sinne ein Unterhaltungsroman ist, war selbst Hanns Zischler bass erstaunt und kippte diese Verwunderung in die letzte Aussage des Abends:

“Ich habe noch nie so ernsthaft über das Buch diskutiert.”

Worauf ich feststellte:

“So ist halt das ernste Köln, wir lachen selten.”

Nicht das “heilige Köln”, sondern das “ernste Köln”.

Köln: Eine Stadt sucht ihren Paradigmenwechsel.

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