Franz Josef Wagner über Köln im EffZeh-Kontext: “Das schöne Köln ist an diesem Wochenende häßlich geworden.”

Doch ich sehe überall Signale der Hoffnung in der “Stunde Null”: Der Strassenmusiker, besser Bahnhofsmusiker, in Deutz übt heute morgen, am Montag danach, Solidarität mit einem EffZeh-Schal, den er am Notenständer drapiert hat.

Und mir persönlich tut dieser 6-Punkte-Abzug in der nächsten Spielzeit ja auch weh ;-)

Nur ein Jahr, dann seid Ihr wieder da!

 

 
Worte des Teufels am frühen Morgen des 27.03.2012. Man möchte um 07.16 Uhr am Büdchen in der U-Bahn-Station Kalk-Kapelle Filterzigaretten kaufen und dann spricht das Kind vor dir die diabolischen Worte:
“Eine gemischte Tüte für 2 Euro.”
Der Rest ist Demut & Entschleunigung.
Und eine verpasste U-Bahn.
 

Der Kölner ist tolerant*.

Und doch gibt es Dinge, die ihn mehr erzürnen als “Düsseldorf”, “Schlacht bei Worringen“ oder “Borussia Mönchengladbach“. Zum Beispiel die Fastenzeit.

Mein Tipp: Tut es mir gleich und bestellt in einem linksrheinischen Büdchen als Wegzehrung zum Fußball einmal die Kombination “Ein Malzbier und einmal Gaffels Fassbrause!”

Ich freue mich über Eure meinungsstarken Erlebnis- und Ereignisberichte… ;-)

 

 

* Wobei es immer noch Schmähwerke gibt, die diese Toleranz durchaus in Frage stellen.

 

 

Ich freue mich immer, wenn sich Pensionäre zum heimatlichen Kulturgut bekennen. Im EDEKA auf der Kalker Hauptstraße ist es an Samstagen nicht ganz ungefährlich einzukaufen, mehr als einmal bin ich dort schon von einem Rollator angefahren oder beinahe umgefällt worden, wenn es das Standbein erwischte.

 

Deshalb freute ich mich über den “ungefährlichen” Einkaufswagen, der dort, herren- oder damenlos, stand. Farbe, Funktion und Füllung korrespondierten einfach so gut, dass es mir ein heimliches Bild wert war.

Obwohl: Noch mehr Bekenntnis zum Veedel wäre ein grüner Wagen mit einer Kiste Sünner gewesen, aber das ist wieder eine ganz andere Geschichte….

 

Wie mir aus gut unterrichteten linksrheinischen Kreisen zugetragen wurde, hat sich gestern bei der Wiedereröffnung eines Büdchens folgende wunderschöne Miniatur zugetragen.

Ein Besserverdienerkind mit Dreifachnamen betritt den begrenzten Raum:

“Meine Mutter hat gesagt, ich soll fragen, ob das Lecker auch zuckerfrei ist.”

Der neue Betreiber mit geflochtenem Bart und Piercing antwortet in sich stimmig:

“Jong, datt issen’ Büdchen, isch kauf die Salinos nitt bei Allnatura ein.”

Viva Colonia!

 

Kölsches Sprachgut und kölsche Originale sind natürlich auch bei youtube zu finden.

Hier die Top 3:

1. Der Imperator kütt

Den kennt wohl jeder – das war der absolute Abräumer und ist viral bei youtube afjejange wie Schmitz Katze. Alle 5 Teile wurden über 2.000.000 angeklickt!

2. Stadtspaziergang durch´s Kwartier Latäng

Der sympathische kölsche Kraftfahrer “is seid 12 Jahren auf Solo’s Füßen und rast von morjens bis afends durch die Botanik…“. Fast 350.000 Leute haben den Stadtspaziergang mitgemacht.

3. Die Sechs von der Müllabfuhr

1976 war die Welt noch in Ordnung: kein kölscher Klüngel bei der AWB und singende Müllmänner. Ein Betrag in der Sendung mit der Maus, bei der übrigens auch die Kölner Feuerwehr Ihre gesanglichen Qualitäten zeigen durfte:

Und hier unsere Zugabe (darf einfach nicht fehlen):

 

Bei der 2009er-Kommunalwahl in Köln fiel es mir zum ersten Mal auf, denn in der Grüneberg-Schule Kalk (Gemeinschaftgrundschule der Stadt Köln – Primarstufe)  war das Wahllokal untergebracht. Ist sie nicht zu schön, diese wunderbare, visuelle Zeitreise? Etwas, das an die “murals” in den nördlichen Provinzen Irlands erinnert und doch viel weniger martial ist und mehr Siebziger und Harmonie. Entzückend. Diese “Gesetzestafel“, diese “Regeln für den Schulhof:“…

Sätze, einfach zum Niederknien schön:

 1. Auf dem Schulhof schlage und spucke ich nicht.

2. Mit Bällen spiele ich nur auf dem Ballhof.

3. Wenn sich jemand verletzt, helfe ich.

4. Ich nehme kein Essen und Trinken mit in die Pause.

5. Zur Toilette gehe ich nur, wenn ich muss.

6. Bei einem heftigen Streit gehe ich zur Aufsicht.

Das ist einfach sehr wohltuend und entkräftet die vielen billigen Klischees, die über Kalk – ein prosperierendes Veedel – im Umlauf sind! Das hatte ich so nicht erwartet. Und nur Punkt 4 zeigt, dass es sich um moderne Regeln handeln muss: Uns war das Essen und Trinken im  Klassenraum damals verboten…

Eine Recherche vom 17.11.2009 förderte übrigens zutage, dass diese Gemeinschaftsgrundschule nicht nur über großartige Wandmalereien verfügt, nein, es gibt seit 2008 sogar ein Schullied.

Das rechtsrheinische Köln hat noch einige Überraschungen zu bieten. Man muss nur mal über den Rhein herüberkommen und sie sich anschauen ;-)

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